Besuch im Jenseits Text Voice-Over
Der Ausdruck Nahtodeserlebnis umfasst eigentlich nicht das Ganze. Viele Menschen machen ähnliche Erfahrungen ohne in einer lebensbedrohenden Situation zu sein. Zum Beispiel auch in Zeiten großer Betrübnis, weil ein Geliebter gestorben ist.
Sie spricht von einer Zeit der Verzweiflung, wenn sie auf diese Zeit zurückblickt. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie sie ohne ihren Geliebten weiterleben konnte. Alles erinnerte an den Gestorbenen, sie zermürbte sich den Kopf, ihre Gedanken drehten sich im Kreis.
Immer wieder stellte sie sich die gleichen Fragen: warum musste er sterben? Warum starb er und muss sie weiter leben? Warum ist das Leben so ungerecht?
Manchmal redete sie mit ihrem Geliebten, aber er antwortete nicht. Sie bekam keinen Kontakt. Er schien sie nicht mehr zu hören.
Im nachhinein wurde ihr klar, dass sie sich in dieser Zeit selber krank machte. Durch ihr Gegrübel war ihr Nervensystem unter ständigem Hochdruck. Eine Weile ging das gut, aber als der Widerstand in ihrem Körper nachließ und sie diese Abwärtsbewegung nicht durchbrechen konnte, brach sie zusammen. Sie hatte nicht mehr die Kraft, weiter zu gehen. Erst als die Not am höchsten war, als sie alle ihre eigenen Kräfte verbraucht hatte, kam die Rettung.
Ihre Mutter hatte wohl gesehen, dass es mit ihr bergab ging und dass sie jeden Augenblick zerbrechen konnte. Aber man konnte ihr nicht helfen, weil sie selbst keinen Ausweg sah.
Als sie endlich übermüdet einschlief, geschah etwas, was sie sich selbst nicht hätte ausdenken können.
Im Leben des Geistes kennt man ihren Kummer. Wenn sie ihre eigenen Kräfte verbraucht hat, kann ihr geistiger Begleiter ihr weiter helfen. Durch seine starke Konzentration kann er einen Austritt zustande bringen. Dieser Austritt geschieht also nicht durch einen Schock oder durch eine Krankheit, wie bei einem Nahtodeserlebnis, sondern durch die Willenskonzentration eines geistigen Begleiters.
Er beruhigt sie und sorgt dafür, dass sie ihm vertraut und folgt. In diesem geistigen Leben kennt er den Weg und die Möglichkeiten.
Ein anderer Begleiter bleibt bei ihrem irdischen Körper. Der ausgetretene Mensch kann sich von seinem Körper entfernen, weil der Fluidumsfaden elastisch ist und durch alles hindurch geht.
Der Führer sorgt dafür, dass sie sich Schritt für Schritt an das geistige Leben gewöhnen kann.
Kinder sind sehr feinfühlig, was geistig Anwesende betrifft. Sie öffnen sich noch den unbekannten Welten. Sie haben noch nicht gelernt, dass tot tot ist. Für sie besteht mehr zwischen Himmel und Erde, als für ihre Eltern. Aber durch die Erziehung und das gesellschaftliche Leben verschließen sie sich später meistens der geistigen Sensibilität.
Hierdurch kennen die irdischen, erwachsenen Menschen die geistige Welt nicht. Sie sehen den geistigen Menschen nicht und spüren keine geistige Berührung. Sie fühlen nicht, wie die reelle geistige Wirklichkeit ihr stoffliches Leben durchdringt und beeinflusst.
Wenn sie genügend vorbereitet ist, kann der Führer sie zur Weide bringen, einer Verbindungssphähre zwischen der Erde und dem Jenseits.
Ihr Geliebter ist dann schon von ihrem Kommen benachrichtigt. In dieser Nacht erleben sie das Glück, einander für einige Zeit wiedersehen zu dürfen und die Zeit miteinander verbringen zu können. Jetzt erfährt sie, dass ihr Geliebter nicht tot ist, sondern springlebendig.
Sie weiß jetzt, wohin die Reise geht, wenn ihre irdische Zeit abgelaufen ist.
Während ihres Austritts strömen geistige Kräfte durch den Lebensfaden zu ihrem irdischen Körper, damit die Organe ihre Kraft behalten. Wenn das Tageslicht den stofflichen Körper zur Aktivität bringt, braucht der Körper die geistige Beseelung. Sobald die Konzentration des Führers auf den Austritt nachlässt, zieht der Lebensfaden sie zurück.
Wenn während des Austrittes etwas Entscheidendes mit dem irdischen Körper geschehen wäre, hätte der Lebensfaden den Geist schon eher zurückgezogen. Denn der Lebensfaden versorgt ja die Gefühlsverbindung zwischen dem geistigen und dem irdischen Körper.
Beim Erwachen erinnert sie sich an das nächtliche Wiedersehen wie an einen innigen Traum. Das glückliche Gefühl sagt ihr, dass ihr Geliebter lebt und glücklich ist. Hierdurch wird sie weniger trauern, und das kommt auch ihrem Geliebten zugute. Wenn sie weiterhin mit Kummer an ihn denkt, erreichen diese dunklen Gedanken ihn im Jenseits und hindern ihn am Weitergehen.
Durch diesen Austritt hat der Führer beiden Menschen geholfen, mit neuem Mut ihres Weges zu gehen, jeder in seinem eigenen Leben.