KAPITEL 9.
Schwarze Magie
André erhielt Unterricht über okkulte Phänomene, sowohl über die guten, höheren Kräfte, als auch über die finsteren Mächte. Alcar wollte es, auf dass er sich in dieser Welt gegen alles würde wappnen können. „Jetzt werde ich dir etwas über schwarze Magie mitteilen“, sagte sein geistiger Leiter. „Darüber wird viel gesprochen, doch nur wenige wissen, wie sie sich dieser gefährlichen Kraft zur Wehr setzen müssen. Sie ist vor allem auf unserem Gebiet gefährlich, deshalb werde ich dich das notwendige lehren um differenzieren zu können, was dir zugesendet wird. Der Mensch kann unter Einflüsse gebracht werden, die geradewegs zum Wahnsinn führen. Dies muss ein jeder, der die okkulten Phänomene untersucht, wissen, um sich dagegen schützen zu können. Höre gut zu, mein Sohn, ich werde trachten, es dir zu erklären.
Magie besteht aus weißer und schwarzer Magie. Die Ausübung der schwarzen Magie ist unter den Europäern nicht, zumindest wenig bekannt. Das liegt an den Rasseneigenschaften der Völker. In den Tropen, in Indien, hört man denn auch viel mehr über ‚schwarze Kunst‘ als in Europa.
Für schwarze Magie sind bestimmte Eigenschaften erforderlich, bestimmte Charaktereigenschaften, und eine bestimmte Umgebung. Sie zerfällt erstens durch Willenskonzentration, zweitens durch mediale Fähigkeiten, ferner durch materielle oder geistige Entwicklung und schließlich durch die Kraft desjenigen, gegen den sie gerichtet ist. Die schwarze Magie in ihrer ganzen Stärke kann allein gegen Personen der weißen Rasse gerichtet werden und in schwächerer Form auch gegen eine andersfarbige Rasse. Die Weißen sind demnach infolge ihres geistigen Lebens, durch ihre Konstitution und vor allem durch ihre Lebensumstände, am stärksten empfänglich für die schwarze Magie. Das Konzentrieren des Willens ist nichts anderes, als das Beherrschen des Geistes, das heißt, dass der Wille fest auf das Ziel gerichtet wird, für das man ihn anzuwenden wünscht. Jedweder Gedanke wird geschaffen, ist demnach etwas persönliches, und deshalb auch reell. So ist das Konzentrationsvermögen eine Ansammlung von Kräften. Die Willenskonzentration ist das gezielte Schöpfen aus den Gedankenkräften, welche vorrätig sind. Mit dem Trieb, Böses zu tun, sendet man zielbewusst Gedanken zu einer Person oder zu Personen aus. Dieses Ziel kann in sehr hohem Maße erreicht werden, doch die mediale Gabe ist eine Voraussetzung, um als Überbringer dieses Kräftevorrates dienen zu können.
Die schwarze Magie hat Geister niedrigeren Ranges als Anhänger; das sind die unglücklichen Geister, die direkt unter der Macht derer stehen, welche die Willenskonzentration beherrschen, wodurch diese alles erreichen können. Sie schalten sich dann ab und können verschiedene so genannte Wunder verrichten, welche durch starke Willenskonzentration und das Inanspruchnehmen der Gedanken derer, die sie als Instrument verwenden wollen, entstehen. Das ist ihnen möglich, weil Geister niedrigeren Ranges keinen eigenen Willen oder kein eigenes Dasein haben.
Diese unglücklichen Geister gehörten zu unentwickelten Rassen und sind am einfachsten für ihr Ziel zu verwenden. Sie bleiben an dem Land, an der Umgebung, in der sie gewohnt haben, hängen, weil sie nicht davon loszukommen wünschen. Vor allem die alten, schwarzen Geister, die dort einst als Freie wohnten, hassen die europäischen Eindringlinge. Sie sind leicht zu verlocken und zu zwingen. Der Magier kann es den Geistern allein durch seinen Austritt ermöglichen, Gegenstände aufzuheben, in die Höhe zu schleudern, abzubrechen oder anzufassen, ja selbst schweben zu lassen. Und nicht allein Gegenstände können auf diese Weise zum schweben gebracht werden, sondern auch der schwarze Magier selbst; da er mit dem materiellen Körper verbunden bleibt und es ihm durch absoluten Willensaustritt gelingt, sein Fluidum so zu verdichten, dass es uns Geistern sichtbar ist, obwohl es für das stoffliche Auge unsichtbar bleibt. Dann hat er seine Helfer lediglich nötig, um andere Einflüsse von dem Werk, das er verrichten will, fern zu halten.
Warum können Europäer nun eher durch diese Kräfte beeinflusst werden als Eingeborene? Erstens: weil Weiße, die inmitten Eingeborener leben, bald der Degeneration unterworfen sind, die sie für schlechte Einflüsse empfänglich macht. Zweitens: weil der europäische Wille durch klimatische Umstände geschwächt wird, was in den Tropen für die Weißen sehr gefährlich ist. Drittens: weil ihre körperliche Verfassung durch geschwächte Nerven derartig ist, dass sie für den Einfluss böser Geister alsbald empfänglich sind. Viertens: weil die Weißen dem Kampf nicht gewachsen sind und in östlichen Ländern meistens weniger Hilfe von geistiger Seite her empfangen als in Europa, weil sie dort nicht leicht zu erreichen sind. Was auch wiederum eine Folge ihres Benehmens ist.
Schwarze Magie kann jedoch jederzeit aufgehoben werden und zwar:
a: Durch Willenskonzentration der Person oder der Personen, die angegriffen werden. Das kann allein von guten Hellsehern mit zuverlässigen geistigen Leitern kontrolliert werden.
b: Indem man sich des Alkohols, des Kartenspiels, des Rauchens, des Verspottens der Religion und verschiedener Frevel enthält.
c: Indem man ruhig lebt und Gutes tut.
d: Indem man häufig betet, auf dem Grundstück vor der Wohnung ein Kreuz aufstellt und im Hause Weihrauch abbrennt.
Das ist es, was du wissen solltest, denn obwohl man in Europa nicht viel Ärger damit haben wird, musste ich dich dennoch vor diesen schlechten Kräften warnen. Denn wenn solche Leute, die mit ‚schwarzer Kunst‘ umgehen, nach Europa kommen sollten, dann würden sie Wunder verrichten können, welche spiritistischen Phänomenen gleichen, die in Wahrheit aber nichts damit zu tun haben. Und dann müssten diejenigen, die so etwas mitmachen, auf besondere Art und Weise gegen schlechte Einflüsse geschützt werden.
Allein diejenigen, die unter der geistiger Leitung höherer Beschützer stehen, können durch diese Intelligenzen hinter die Wahrheit kommen. Sonst würden sie ganz gewiss meinen, es mit wahren okkulten Phänomenen zu tun zu haben. Das ist die große Gefahr für Leute, die den Unterschied zwischen spiritistischen Phänomenen und schwarzer Magie nicht feststellen können, wodurch der Spiritismus oft einen weniger günstigen Namen bekommen hat. Es war mir gegönnt, dir dies zu sagen, mein Junge. Trachte es gut zu begreifen, auf dass du gegen diese Mächte gewappnet sein mögest.
Die schwarze Magie führt den Menschen abwärts. Die weiße Magie aber führt ihn empor und verbindet ihn mit geistigen Leitern und Geistern, die empor wollen, also trachten, sich Gott zu nähern.“
Für weitere Erläuterungen und Erklärungen dieser gefährlichen Kräfte verweisen wir Sie an das Buch "Geistliche Gaben." In diesem Buch wird die Wirkung der okkulten Gesetze weiter analysiert.