KAPITEL 1.
Hellsehen durch Austritt
Eines Nachmittags wurde André von außerhalb der Stadt angerufen, ob er herüberkommen wolle, da ein Herr im Alter von fünfzig Jahren plötzlich verschwunden war. Man beunruhigte sich sehr über sein Fortbleiben und man glaubte, dass ihm ein Unglück zugestoßen sei. Er fragte seinen geistigen Leiter, ob er aufbrechen dürfe, doch dieser sagte ihm, dass er nicht gehen solle, sondern einen Gegenstand verlangen soll, um dadurch das Geschehene festzustellen. Man schickte ihm eine Krawatte, mit der Bitte, so schnell wie möglich eine Antwort zu senden. Was er nun erleben sollte war äußerst merkwürdig. Alcar sagte ihm, dass er für diese Situation austreten würde. Er solle die Krawatte in die Hände nehmen und versuchen, sich mit der Ausstrahlung desjenigen, der verschwunden war, zu verbinden. Er tat, was sein geistiger Leiter ihm sagte und fühlte schon bald, dass er in den Geist aufstieg und sich von seinem Körper löste. Wenn er einmal frei war, konnte er gehen, wohin er wollte; in nichts wurde er behindert. Auch der Austritt war für ihn ein gewöhnliches Phänomen, weil er mit seinem geistigen Leiter verschiedene Reisen in die Sphären hatte mitmachen dürfen. Nun befand er sich in dem Leben, wo jene lebten, die den Stoffkörper abgelegt hatten, und wo er nunmehr Werk verrichten sollte. Er dachte an denjenigen, den er suchen sollte. Wenn er einmal mit ihm verbunden sein würde, erlebte er, was mit ihm geschehen war. Er stellte seine Konzentration auf ihn ein und fühlte, dass er sich meilenweit von seinem Körper entfernte. Wo sollte er sich befinden? Lebte er noch? Dies waren die ersten Fragen, die in ihm aufkamen. Sollte ihm ein Unglück widerfahren sein? Es könnte auch möglich sein, dass er irgendwo hingegangen war und nicht wollte, dass seine Familienmitglieder es wussten. Alles war möglich und André war sehr neugierig, wo er sich aufhalten würde.
Bei manchen Austritten wusste er nicht immer, wo er sich befand, doch nun erkannte er die Stadt und den Fluss, an dessen Ufer er stand. Er fand es äußerst seltsam, dass er an diesem Ort angelangt war und dachte nach, um sich alles zu realisieren. Seine Ausstrahlung hatte ihn hierher gebracht, und nun musste er trachten, ihn zu finden. Wo war der Mann? Hatte er sich ertränkt? Sollte er in den Fluss eintauchen? Er suchte zunächst die ganze Umgebung ab, doch kehrte an die Stelle zurück, wo er gewesen war. Von ihm war nichts zu sehen. Der Mann musste sich jedenfalls hier aufgehalten haben. Sonst wäre es nicht möglich, dass er an diesen Ort gekommen wäre. Er hatte doch klar eine Verbindung mit ihm gefühlt. Was sollte er nun anfangen? Wieder suchte er die Umgebung ab, sah jedoch kein Lebewesen. „Dann muss ich eben umkehren“, dachte er, „ich kann ihn nicht finden." Und als er im Begriff war, umzukehren, hörte er, wie eine sanfte, aber deutliche Stimme sagte: „Warum gezweifelt, André? Warum willst du auf halbem Wege umkehren? Ich habe dir doch mehrmals gezeigt und klargemacht, wie du deine Kräfte an dieser Seite gebrauchen sollst. Auf die Weise wird sich diese Situation nicht lösen. Ich ließ dich austreten, um dir das Geschehen klarzumachen; und dies ist möglich, weil du so weit entwickelt bist. Auf unseren vorigen Reisen, auch auf unserer Reise zum Himmel und zur Hölle, als wir in der dritten Sphäre angekommen waren, kehrten wir blitzartig in die Finsternis zurück. Wodurch ich dir zeigte und klarmachte, wie wir uns an dieser Seite fortbewegen und verbinden. Du lerntest, dass es allein durch Konzentration und starken Willen möglich war. Wenn ich eine Verbindung zustande bringen will, dann halte ich meine Gedanken auf einen Punkt gerichtet – wodurch ich verbunden werde und das Problem sich am Ende lösen wird. Und handelst du danach? Ich blieb nun in meiner eigenen Abstimmung, um zuzusehen, wie du dies alles zu einem guten Ende bringen würdest. Aber auf diese Weise wirst du ihn niemals finden. Seine Ausstrahlung brachte dich an diesen Ort. Untersuche in dir selbst, wie du hierhin gekommen bist, aber halte deine Konzentration auf ihn gerichtet; das bedeutet, halte deine Verbindung mit ihm instand. Hier an dieser Stelle fängt deine Aufgabe erst an. Du spürtest, dass du verbunden warst, und im Geiste heißt Verbindung, es zu erleben. Das bedeutet, dem Weg zu folgen, den andere zurückgelegt haben. Wenn sich ein Medium mit einem anderen Leben verbindet, fühlt es jenes Leben, wie es sich im Augenblick der Verbindung fühlt. So wirst du nun erleben, was mit ihm geschehen ist. Und wenn deine Konzentration sauber ist und bleibt, kannst du ihn finden.
Zugleich habe ich dir klargemacht, dass ein Mensch eine Gefühlsabstimmung im Geiste hat, was psychische Gesetze sind und Liebe bedeutet. Auch lehrte ich dich, wie der Mensch auf Erden zu leben haben wird, will er sich im Geiste eine Daseinssphäre erobern, was an dieser Seite Licht und Glück bedeutet. Doch dies alles ist noch nicht genug, um den grobstofflichen Menschen zu überzeugen; und darum werde ich dich all diese Zustände erleben lassen, auf dass er die psychischen Gesetze kennen lernt. Ich will dir durch verschiedene Zustände zeigen, dass, wenn sie ihren Stoffkörper ablegen, sie hier so ankommen werden, wie sie sich ihrem irdischen Leben entsprechend innerlich fühlen; das irdische Leben bedeutet also die Ewigkeit. Ist dir das verständlich, André?“
„Ja, Alcar, ich verstehe dich vollkommen. Wenn das irdische Leben endet, geht der Mensch in den Geist über.“
„Und dies alles, André, will ich erreichen, indem ich dich all diese Zustände erleben lasse, wodurch sie ihre eigene Abstimmung erfühlen können. Ich erreiche damit, dass sie anders leben werden, weil sie wissen, dass das Leben ewig ist und dass sie alles, was zur Erde gehört, zurücklassen müssen. Ich will die Menschen unser geistiges Leben kennen lernen lassen, sie anspornen, sich geistig zu entfalten, ihnen klarmachen, dass die Liebe das Heiligste ist, durch Gott gegeben, und dass sie dieses heilige Geschenk Gottes im Geiste abstimmen müssen.
Dann will ich ihnen klarmachen, wie wir von dieser Seite auf den Stoffmenschen einwirken, um ihm zur Seite zu stehen und zu helfen. In unserem Leben bedeutet Liebe nichts anderes als Glück, nichts als Licht und Seligkeit. Ich bitte dich daher dringlich, nichts von dem zu vergessen, was ich dir zeigen und klarmachen werde.
Nunmehr volle Konzentration, André, und frage mich, wenn dir etwas nicht klar ist. Wir müssen hinabtauchen, weil sich der Arme das Leben genommen hat, was du sogleich bewahrheitet sehen wirst.“
André tauchte in den Fluss ein. Welch ein Wunder für ihn, dass er sich jetzt, da er noch im Stoffkörper lebte, im Geiste verbinden durfte. Hierdurch lernte er das geistige Leben kennen. Wie groß war die Macht derer, die den Stoffkörper abgelegt hatten. Doch diejenigen, die auf Erden ihr Leben verpfuscht hatten, sollten sich in Finsternis befinden; und für sie war es nicht möglich, diese Dinge zu erleben, da sie das Licht dazu missten. Liebe ist Licht, und ohne Liebe ist das Leben im Jenseits tiefe Finsternis.
Würden die Leute ihm glauben, wenn er ihnen erzählte, dass er auf dem Boden eines Flusses spazieren gegangen war und dort wahrgenommen hatte? Sie würden mit den Achseln zucken und ihn auslachen. Und doch war es die Wahrheit! Er wandelte auf dem Boden eines Flusses, um einen Menschen zu suchen, etwas, was er durch seine Gabe erleben durfte. In den ersten Jahren seiner Entwicklung würde er niemals an diese Möglichkeit gedacht haben. Als ausgetretener Mensch, in seinem Geisteskörper, erlebte er all diese Wunder. Bis weit im Umkreis konnte er wahrnehmen, das Wasser um ihn herum war erleuchtet. Dieser Augenblick war großartig.
Er hörte seinen geistigen Leiter, der ihm sagte, dass er zuhören solle.
„Das Licht, das du wahrnimmst, André, ist deine Abstimmung im Geiste, sonst würdest du diese Situation nicht durch Austritt lösen und keine Verbindung bekommen können. So wird alles Finsternis sein, wenn man keine Liebe besitzt.“
Sie gingen immer weiter. Oft schwebte er, und dies konnte er nach Belieben. Links und rechts schwammen die Fische an ihm vorbei, was ein wundersamer und wunderschöner Anblick war. Er sah sie in verschiedenen Größen und Farben. Wenn der Mensch auf Erden dies erleben dürfte, würde er ganz gewiss von einem ewigen Fortleben überzeugt. Groß war sein Glück, weil er das Leben, welches Gott in alles hineingelegt hatte, so deutlich sah und fühlte. Darum war der Besitz von Liebe im Jenseits geistiges Gold. Er würde sich anstrengen, all seine Kräfte dafür geben, dann würde Alcar ihm Weisheit im Geiste geben können. Dafür wollte er sein Bestes tun.
Dort vor sich glaubte er etwas wahrzunehmen. Sah er richtig? Dort trieb etwas im Wasser, was einem Menschen ähnelte. Es wäre furchtbar, wenn es derjenige wäre, den er suchen sollte. Als er ein wenig näher herangekommen war, sah er, dass es ein Mensch war, der auf diese Weise das irdische Leben verlassen hatte.
André erschrak gewaltig. Wie traurig war diese Wahrheit. War es derjenige, der verschwunden war, oder war es jemand anders? Dies war ein Ende, das ihn betrübte. Sogleich hörte er Alcar:
„Es ist der Mann, den wir suchen sollen. Er hat seinem Leben ein Ende gemacht. Sonst wärst du nicht an diesen Ort gelangt. Wenn du dich mit ihm verbindest, wirst du es gleich herausfühlen können. Konzentriere dich auf ihn, du wirst eine andere Wahrheit wahrnehmen, die noch furchtbarer ist als dieses Ende.“
André fand es schrecklich, was er wahrnahm. Was er nun sah, war das Furchtbarste von allem: Vor ihm trieb der Stoffkörper, doch gleichzeitig war der Geisteskörper noch mit dem Stoff verbunden. Das Ende eines Menschen war traurig, und er begriff, was diese Verbindung bedeutete. Der Fluidumsfaden hielt ihn mit dem Stoff verbunden; und in diesem Zustand würde er bleiben müssen, bis sein Körper verwest war. Auf seinen vorigen Reisen hatte Alcar es ihm bereits erklärt, und nun begriff er die traurige Bedeutung dieses vorzeitigen Hinübergehens. Beide Zustände bildeten eine Abstimmung, weil sich der Geist nicht befreien konnte. Nicht nur, dass sich seine Familienangehörigen in Leid und Schmerz befanden, sondern auch er lebte im tiefsten Elend – was ein Mensch, der noch im Stoffkörper lebt, sich nicht vorstellen kann. Durch einen einzigen Menschen hatten viele Kummer. Er fühlte, dass sehr viele Fragen in ihm aufkamen. Was hatte ihn in den Tod getrieben? Waren es Sorgen oder war es Krankheit? Wer hatte sein Schicksal besiegelt? War es eigenes Verschulden oder wurde er ermordet? Welche Ursache hatte ihn zu jener furchtbaren Tat gebracht? Es bewegte ihn tief und seine Seele zog sich zusammen, wenn er an die Hinterbliebenen dachte. Wie rücksichtslos war es, plötzlich aus dem vollen Leben zu verschwinden. Das war nicht Gottes Absicht. Der Mensch sollte sein Ende abwarten. Diejenigen, die dem ein Ende machten, waren unwiderruflich verloren, nicht allein stofflich, sondern auch geistig. Armer Mann. Sein Übergang ins Jenseits war ein schmerzliches Ende. Wenn er um ein ewiges Leben gewusst hätte, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen; jenes Wissen hätte ihn davon abgehalten und alles Elend, in dem er sich nunmehr befand, würde er nicht gekannt haben. Das Leben war göttlich, und dieses Leben befand sich im elendsten Zustand, in dem sich ein Mensch befinden konnte. Wenn er an die höheren Gefilde dachte, wo auch dieser Mann Glück gefunden haben würde, und über seinen heutigen Zustand nachdachte, fühlte er, dass sich sein Herz zusammenzog.
Wie weit war er vom Glück entfernt. Sein Leid war tief, unmenschlich tief. Was war Armut auf Erden im Vergleich mit diesem Elend? Nichts. Was war das irdische Leid im Vergleich mit seinem Zustand? Ihm schauderte davon, ihn überfiel eine tiefe Traurigkeit. Er fragte seinen geistigen Leiter nach der Bedeutung dieses Elends.
„Kannst du sehen, wodurch sein Ende vorzeitig war, Alcar?“
„Ich will versuchen, mich mit ihm zu verbinden.“
André wartete ab, was sein geistiger Leiter sehen würde.
„Er hat seinem Leben aus irdischen Sorgen ein Ende gemacht. Doch es waren nicht allein stoffliche Sorgen, die ihn quälten, sondern ich sehe, dass seine Seele bis aufs Blut verwundet ist. Alles ist noch trauriger, wenn du weißt, dass sein innerer Zustand Abstimmung auf die erste Sphäre an dieser Seite gefunden haben würde, wenn sein irdisches Leben auf normale Weise geendet wäre. Indem er diese fürchterliche Tat begangen hat, hat er seine geistige Abstimmung, hat er all seinen Besitz an dieser Seite zerstört.“
„Ist das möglich, Alcar? Als wir in der Kindersphäre waren, sagtest du mir, dass es nicht möglich sei. Kann ein Mensch tiefer sinken als das Niveau seiner Abstimmung ist?“
„Gut bemerkt, André. Ich will dir das erklären. Dieser Zustand hat nicht direkt mit seinem irdischen Leben zu tun, mit anderen Worten, er handelt ohne seinen Willen, durch den Einfluss anderer. Sein geistiges Niveau braucht sich deshalb nicht verändert zu haben. Dies ist eine Tat außerhalb seines geistigen Lebens. Ist dir das verständlich? Natürlich muss er dies alles wieder gutmachen, und darum befindet er sich nunmehr in diesem furchtbaren Zustand. Er kann ein guter Mensch sein, doch in diesem Zustand fiel er in die Hände des Bösen und nahm sich das Leben.“ „Ich verstehe dich in allem, Alcar.“ „Ausgezeichnet, André, dann fahren wir fort. Das Böse trachtet die Menschheit zu vernichten, und darum sollte man alle Kraft aufbringen, um sich von seinem Einfluss freizuhalten. Er fällt also nicht zurück, sein geistiger Zustand bleibt derselbe, doch er wird seine Tat gutmachen müssen. Dies ist also ein anderer Zustand als der, worüber ich mit dir gesprochen habe, und vergiss nicht, dass jede Tat eine kosmische Abstimmung besitzt. Solange der Mensch unter der ersten geistigen Sphäre lebt, ) kann er zurücksinken, weil er diesen geistigen Grad der Entwicklung noch nicht erreicht oder ihn sich nicht angeeignet hat.
die vierte Lichtsphäre Seine innere Abstimmung ist ein stofflicher Gefühlszustand, und dadurch ist er durch jene zu erreichen, die das Menschengeschlecht vernichten wollen, da er jene Verbindung selbst sucht und will. Sein Hinübergehen fällt also aus seinem normalen irdischen Leben heraus. Es dürfte dir somit einleuchten, dass nicht jeder Selbstmörder ein schlechter Mensch zu sein braucht. Viele machen ihrem irdischen Leben ein Ende, weil sie ihre Liebe nicht beantwortet sehen. Dieser Mann wird seine Tat in diesem Zustand ausleben, um danach in seine vorige Abstimmung zurückzukehren.
Der Mensch vergisst, dass das Leben Gott ist und dass man es nicht vernichten kann; wer dies dennoch tut, sündigt gegen alles, was die Gesetze Gottes sind und bedeuten. Sie vergessen, dass Gott ihnen diesen Kampf auferlegt hat, wodurch sie sich entwickeln sollen, wie schwer es auch für sie sein wird. Diejenigen, die sich im Leben auf Erden vergessen, sinken zu denen hinab, die sich in der Finsternis befinden, zu den Unglücklichen. Seine Tat ist also Schwäche, er geht seinen Problemen aus dem Weg und geht dadurch zugrunde.
Darum rufe ich der Menschheit zu:
‚Mensch auf Erden, mache alles was du möchtest, lebe dein Leben wie du es selbst willst; aber mache deinem Leben kein Ende, denn das Leben ist ewig und nicht zu vernichten. Das Leben ist Gott, und es wird zu Seinem heiligen Leben zurückkehren. Du zerstörst alles. Du willst keine Sonne, kein Licht, keinen Mond, keine Sterne, keine Nahrung und keine Liebe; während du doch alles so nötig hast in deinem irdischen Leben, in jenem Leben, in dem du fühlst, hörst und siehst. Dein irdischer Körper ist stofflich; aber dein geistiger Körper fühlt, hört und sieht, lebt also im Geiste und wird, da seine Abstimmung stofflich ist, weiter danach verlangen, weil er weder ein anderes Leben kennt noch fühlt. Du nimmst dir das irdische Leben, um ins geistige einzugehen. Je nachdem, wie deine Liebe im Geiste Abstimmung findet, wirst du an dieser Seite fühlen. Und wenn sich ein Mensch das stoffliche Licht nimmt, wird er das geistige Licht nicht wahrnehmen können, weil er jenes Licht innerlich nicht besitzt und seine Tat ihn regelrecht in die Finsternis führt. Fühlst du, dass das Leben ewig ist? Dass du auf Erden bist, um dich geistig zu entwickeln? Dass das Leben nicht zu vernichten ist, sondern dass du ewig, ja ewig lebst, leben wirst? Dass in dir ein Funke liegt, der Gottes heiliges Leben ist, der Sein Leben darstellt? Mensch, nimm deinen Kampf an, stimme dich auf uns ab, auf das ewige Leben, denn viele mit mir warten mit Ungeduld auf deine Bittgebete, damit dir geholfen werde. Doch du musst es selbst wollen, wir können dich sonst nicht erreichen, da du dich mit uns verbinden musst und Gefühlsabstimmung besitzen musst.
Wisse, dass Gott Liebe ist. Und wenn du dich auf Ihn abstimmst, gibt es für all Seine Kinder Glück.
Nochmals, folge dem Weg, den Gott dir weist, es ist der Weg der Liebe, den wir und auch du zu beschreiten haben.‘“
„Ist er sich seines Zustandes bewusst, Alcar?“ „Ja, André. Doch wenn er von seinem Stoffkörper loskommt, wird er weiterhin in der Sphäre der Erde umherirren, bis sein Leben auf Erden auf normale Weise zu Ende gegangen wäre. Er bleibt also so lange in Finsternis und Kälte, denn zunächst wird er die Verwesung seines Stoffkleides mitmachen müssen. Danach werden die Dämonen ihm das Leben schwer machen, diejenigen, die in diesen finsteren Sphären leben. In den finsteren Gefilden hast du ihren Einfluss kennen gelernt.“
„Hilft man ihm denn nicht?“ „Doch, sicher. Aber man kann ihn nicht aus seinem Zustand erlösen, und er wird dies alles erfahren müssen. Im Leben auf Erden war er zu schwach. Wie soll dann sein Leben im Geiste sein, wenn wir wissen, dass sein Gefühlszustand ein gleicher ist? Er hat ein Gesetz vernichten wollen und wird dieses an dieser Seite in Finsternis und Kälte ausleben müssen. Und dies alles erlegt sich der Mensch selbst auf und er vergisst, was Gott ihm zu tragen gegeben hat. Es ist sein eigener Wille gewesen, und er muss dies alles durchmachen. Später werden wir in all diese Zustände hinabsteigen, und werde ich dir diese Abstimmungen zeigen.“
„Was sollen wir nun tun, Alcar?“ „Da wir hieran nichts ändern können, werden wir umkehren und die Hinterbliebenen benachrichtigen, dass ihm ein Unglück zugestoßen ist.“ Blitzschnell waren sie wieder in seinem Zimmer zurück, und er erwachte in seinem Stoffkörper. Zwanzig Minuten war er ausgetreten – wie viel hatte er erleben dürfen! Das zeigte ihm deutlich, dass der Stoffkörper für den Geisteskörper während des Lebens auf Erden eine Behinderung ist, und dass sich der Mensch im Leben nach dem Tode von jenen Banden befreit fühlt. In seinem Geisteskörper konnte er gehen, wohin er wollte, sollte er Licht besitzen, wenn er Liebe empfand zu allem Leben, was Gottes Leben war und bedeutete.
André erwachte in einem sehr eigenartigen Zustand. Was war während seines Austritts mit seinem Stoffkörper geschehen? Er war gesund als er fortging, und nun fühlte er sich krank. Seine Nase war verstopft und er war furchtbar erkältet. Wie war dies möglich? Welches Problem sollte er nun wieder erleben? Woher kam diese Erkältung so plötzlich? Das Wasser triefte ihm aus der Nase. Welch eigenartige Dinge erlebte er doch durch seinen Mediumismus. Er fragte daher seinen geistigen Leiter, was dies bedeute, und Alcar sagte ihm: „Du hast schon einmal eine gleiche geistige Einwirkung erlebt, obwohl sie anders war als diese. Damals übertrug der Lebensfaden die Geißelung auf deinen Stoffkörper, nun tut er dies mit der veränderten Temperatur.“ André verstand. „Wenn du nachgedacht hättest, würdest du die Erklärung gefunden haben. Du weißt, dass Krankheiten stofflich auf deinen Körper einwirken, wenn du dich mit einem Kranken verbindest; warum sollte der Stoffkörper die veränderte Temperatur dann nicht übernehmen, jetzt, wo du in dieses Gefühlsstadium gekommen bist? Ich kann hierdurch abermals zeigen, dass der Mensch zwei Körper besitzt, doch dass der geistige Körper der intelligente und ewige Körper ist, der fortlebt.
Schreibe nun, André, dass er hinübergegangen ist. Deine Erkältung wird sich bald wieder auflösen, da die stofflichen Organe nicht direkt beeinflusst sind.“
André fand es furchtbar, diese Botschaft durchgeben zu müssen. Er sah die Angehörigen vor sich, in Leid und Schmerz gehüllt. Es war schrecklich, aber Alcar sagte ihm, dass er dazu übergehen solle.
Eine Woche verging, als er erneut angerufen wurde, ob er nach A. kommen wolle, um nochmals eine Untersuchung anzustellen. Doch Alcar gab ihm dieselbe Botschaft, worauf man ihm ein Foto schickte. Wieder tauchte er auf den Boden des Flusses hinab, und mit Alcars Hilfe hatte er ihn bald gefunden. Er befand sich im selben Zustand, woran nichts zu ändern war, und sein geistiger Leiter ermittelte die Zeit und den Ort, an dem man ihn finden würde. Erst nach vier Wochen erhielt André die Nachricht, dass ein Schiffer ihn an der Stelle aufgefischt hatte, die er angegeben hatte. André fand es fabelhaft. Alles stimmte. Er habe scharf gesehen, sagte man. Aber würde man ihm glauben können, wenn er erzählte, auf welche Weise er ihn gefunden hatte? Würde es angenommen werden? Kann man die geistige Wahrheit denn nicht annehmen, wenn alles die Wahrheit ist? Ist dies alles nicht zu unglaublich für einen irdischen Menschen? Zu tief, zu schwierig für das menschliche Gefühl?
Verehrter Leser, ich richte mich an Sie! Alles stimmte bis ins kleinste Detail. Sollten Sie die geistige Wahrheit, wie André dies alles erlebte, nicht annehmen können? Ich erzähle Ihnen die Wahrheit, die heilige Wahrheit, keine Fantasie oder Erdichtungen, nichts als die Wahrheit, die er im Geiste, als ausgetretener Mensch, empfangen durfte. Alcar ließ ihn dieses Große erleben, wodurch er das geistige Leben kennen lernte. Gleichzeitig lernte er, dass die Liebe das Höchste und das Heiligste ist, durch Gott dem Menschen gegeben, was im Leben nach dem stofflichen Tode Glück und Licht bedeutet.
Sie alle erwartet ewiges, ewigliches Glück.