KAPITEL 7.
Eins mit dem Leben, welches Gott in alles hineingelegt hat
André hatte durch seine herrliche Gabe vieles erleben dürfen. Verschiedene okkulte Probleme wurden ihm erklärt und löschten sich für ihn. Doch was er im folgenden Zustand erlebte, war doch wohl das Unglaublichste von allem, das ihm im Geiste gegeben wurde. Der Leser wird sich daher fragen, ob es auf dieser Welt und im Jenseits wohl Menschen gibt, die jenes Geschehen erfühlen oder damit verbunden werden können. Viele werden darüber mit den Achseln zucken, weil sie es nicht annehmen können. Doch alles, was André berichtete, hat er durch diejenigen, die hinter dem Schleier leben, erleben dürfen. Durch seine große Gabe, durch Gottes heiliges Geschenk, ist all das Wahrheit geworden.
Darum nochmals: Alles ist die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, er hat alles erleben dürfen.
Eines Mittags, als er allein in seinem Zimmer saß, wurde er in einen bestimmten Zustand gebracht, wodurch er in allem das Leben erfühlte. Es war ein wunderliches Geschehen, und für ihn ist es ein großer Augenblick gewesen. Nach jenem Augenblick spürte er, wie ein großes Glück in ihn kam, und Liebe zu allem, was lebte. Es war ein Augenblick seligen Glückes, wofür er Gott nicht genug danken konnte. In Gedanken weilte er im Jenseits bei all seinen Freunden, die er bereits hatte hinübergehen sehen. Er dachte „unter welchen Umständen werde ich sie wieder sehen“, denn viele, das wusste er ganz sicher, würden Glück besitzen und andere tiefe Finsternis. An Letztere dachte er am meisten, sie benötigten Hilfe. In jenem Augenblick fühlte er sich innig mit ihnen verbunden, und in jenem Zustand wurde ihm das Wunder offenbart. Morgens, als er wach wurde, spürte er, dass er sich in einem ihm unbekannten Zustand befand. Dies war ihm direkt aufgefallen. Es war eine Ruhe, eine Stille, die in ihm lag, die auf Erden nicht zu finden war, wo immer man sich auch aufhielt.
Seine ersten Gedanken waren, dass er ausgetreten sei. Doch diese Gedanken schob er beiseite, da Alcar ihn bewusst austreten ließ und ihm vorher Bescheid sagen würde. Wenn er ein Problem erleben sollte, dann war auch alles ganz anders. Nein, er war nicht in den Sphären gewesen. Jene innere geistige Ruhe empfand er den ganzen Morgen über, bis zu dem Augenblick, da er bemerkte, dass auf ihn eingewirkt wurde, wodurch er die Bedeutung verstand und er mit dem Wunderbaren verbunden wurde. Früher machte ihn eine derartige Ruhe selbst ängstlich, weil er dann nicht wusste, was mit ihm geschah. Letzteres war auch jetzt der Fall; doch er hatte gelernt, abzuwarten und sich nicht mehr zu ängstigen, weil er durch all die Beweise das Vertrauen erlangt hatte. Es war zu einem machtvollen Wissen herangewachsen. Nunmehr beunruhigte es ihn nicht mehr und wartete er voller Hingabe auf die Dinge, die kommen würden.
Als er so in Gedanken versunken war, spürte er plötzlich, dass auf ihn eingewirkt wurde, und dass er in einen anderen Zustand kam. Trotzdem blieb er sich allem bewusst, was mit ihm und um ihn herum geschah. Er dachte „was sollte das nun wieder zu bedeuten haben“, ließ jedoch ruhig auf sich einwirken. Auf diese Weise, in voller Hingabe, würde Alcar ihn erreichen können. Was er spürte und wahrnahm, war äußerst merkwürdig. Er wurde mit etwas verbunden, was er noch nicht begriff. Dann kam ein herrlicher Duft zu ihm herüber, wodurch sein Interesse für die unsichtbaren Mächte, die ihn umgaben, stieg. Er sah sich um, ob es in seinem Zimmer vielleicht Blumen gab, die diesen Duft verbreiteten. Aber da stand bloß eine Vase mit roten Tulpen und diese konnten jenen Duft nicht erzeugen.
Nach diesen Phänomenen hörte er ein leises Geräusch. Es war, als würde flüsternd zu ihm gesprochen – allerdings nicht deutlich genug, um es zu verstehen. Manchmal war es entfernt von ihm und dann wieder in der Nähe, auch über seinem Kopf war es hörbar. Oft war es sehr heftig, als wenn etwas Unangenehmes geschah, wodurch es diese Formen annahm.
Er fragte sich, was das bedeutete. Waren es wohl Geräusche, die er vernahm? Jetzt hörte er es wieder und noch deutlicher als beim ersten Mal, und er wusste, dass es keine Stimmen waren. Auf seinen Séancen im Dunkeln hatte er die Geister sprechen hören und er kannte ihre Stimmen, die waren so, als wenn sie noch auf Erden lebten. Ihre Stimmen waren menschlich, doch was er jetzt hörte war etwas ganz anderes. Er hatte auf okkultem Gebiet vieles erlebt, aber dies war fremd und daher neu für ihn.
Nochmals versuchte er das Geräusch aufzufangen und lauschte konzentriert. Nein, es waren keine menschlichen Stimmen, dies war etwas sehr Eigenartiges. Aber was nur? Er ging im Zimmer auf und ab, damit er es noch deutlicher hören konnte.
Als er in einer der Ecken seines Zimmers stand und lauschte, spürte er, als er wieder umkehren wollte, dass er zurückgehalten wurde. Eine unsichtbare Macht hinderte ihn daran, weiterzugehen. Er ließ sich ruhig beeinflussen und er spürte, dass man ihn zum Tisch schob, wo die Tulpen standen. Er begriff auf der Stelle, was die Absicht war, und wollte sich schnell dort hinbegehen, doch dann spürte er wieder, dass er zurückgehalten wurde. Danach schob man ihn langsam vorwärts, Schritt für Schritt näherte er sich der Vase mit den Tulpen. Er war sich allem bewusst und er konnte normal denken.
Als er sich dem Tisch fast genähert hatte, erschrak er gewaltig. Das Geräusch, das er soeben hörte, wurde von den Tulpen verursacht. Er glaubte verrückt zu werden. Wie versteinert stand er vor dem Tisch. Was sollte er tun? Was bedeutete das alles? Einige Sekunden verstrichen. Er bekam das Gefühl, dass er mit den Blumen sprechen musste. Es lag ein starker Drang in ihm, solches zu tun. Doch er getraute sich nicht und dachte an verschiedene stoffliche Dinge, um sich selbst zu kontrollieren, ob seine Gedanken noch normal waren.
„Ja“, so dachte er, „ich bin normal, mein Gedankengang ist perfekt.“
Nun dauerte es nicht lange und er fühlte sich gänzlich mit den Blumen verbunden. Ein Wunder geschah. Als er sie mit seinen Händen berührte spürte er, dass ein eigenartiges Gefühl in ihn kam. Bei der einen kam Ruhe in ihn, bei der anderen verspürte er Angst, bei wieder einer anderen wurde er rebellisch und würde er alles zerstören können. Während er ihnen nacheinander einen anderen Platz gab, spürte er, wie verschiedene Gefühlskräfte durch ihn gingen. Der Drang, um mit ihnen zu sprechen, wurde immer heftiger, und als er dazu überging empfand er eine allgemeine Zustimmung. Deutlich spürte er die verschiedenen Gefühlsübergänge. Das schönste und heiligste Gefühl, das in ihn kam, war, dass er spürte, dass einige Tulpen bald verwelken und absterben würden. Das nahende Ende dieses so kurzen Daseins war ein äußerst merkwürdiges, aber intensives Gefühl. Ein leichter Schwindel und Müdigkeit überfielen ihn. Er fühlte eine herrliche Ruhe in sich kommen, während ihn gleichzeitig Traurigkeit durchdrang. Einige Minuten lang blieb er mit ihnen verbunden, bis er plötzlich begriff, wie unnatürlich sein Tun und Lassen war.
Er bekam Angst vor sich selbst. Er, als irdischer Mensch, sprach mit den Blumen und fühlte ihr Blumenleben. Auch sie waren wie die Menschen und hatten ihre Sympathien und Antipathien, so auch ihre unterschiedlichen Gefühlseigenschaften. Ihm schwindelte davon. Zum zweiten Mal betastete er sich, befühlte seinen Kopf und seine Arme und konstatierte, dass er normal war. „Bin ich noch in dieser Welt“, so dachte er, „oder bin ich in ihr Leben aufgenommen worden?" Nachdem er alles untersucht hatte, war er sich dessen bewusst, dass alles normal war, und dass er wie ein irdischer Mensch denken und fühlen, sehen und hören konnte.
Da stand das Radio, dort hing ein Gemälde von ihm, das Alcar für ihn gefertigt hatte. Das, was er anhatte, war ein brauner Anzug – das ein Tisch; auf der Straße hörte er die Menschen sprechen und er sah sie vorbeigehen. Alles war normal und dennoch fühlte er sich in einer anderen Welt als in seinem Bewusstsein auf Erden. Er lebte und war sich allem bewusst, was ihn umgab – bewusst, aber dennoch mit einem anderen Leben verbunden. Nachdem er dies alles kontrolliert hatte, begann er wieder mit den Blumen zu sprechen. Und nun fühlte er sich noch inniger mit ihrem Leben verbunden als beim ersten Mal.
In seinem Gefühl verließ er die Welt und machte er den ganzen Prozess mit. Von der Saat bis zur Blume fühlte er, wo das Leben hinführte, welche Reise es gemacht hatte, bis sie hier in seiner Vase einen Platz gefunden hatten. Das Heiligste war wohl, als er erlebte, wie sich die Knospe zur Blüte öffnete. Ein leises Stöhnen, ein schmerzliches Gefühl kam in ihn. Dieses Erwachen war auch für die Blume schmerzlich. Er spürte, dass er sich innerlich zusammenzog, als drohte sein Körper auseinander zu springen. Es war ein intensives Gefühl, dessen er klar und deutlich gewahr wurde.
Danach kam etwas Schönes in ihn – es war der Gesang des erwachten Lebens. Er spürte, dass es geboren war, und auch er empfand dieses Glück. Darauf sah er wie in einer Vision, dass sie gepflückt wurden, und ihn durchrieselte ein kalter Schauer. Es war schneidend und er bebte vor innerlicher Ergriffenheit. Es war ein beängstigendes Gefühl, das ihm das Leben nahm. Danach bemerkte er, dass sich sein Gefühl in eine abwartende Ergebung, in das Ende eines Daseins verfinsterte. Alles war von einem Schleier umgeben, das Ende sollte bald kommen.
Innig sprach er mit ihnen allen. Vor allem für diejenigen, die bald verwelken sollten, wählte er süße und kraftvolle Worte, um ihnen das Vergehen zu erleichtern. Sie trauerten, er fühlte es deutlich. „Komm“, so sprach er, „euer Leben ist kurz, und ich spüre sehr wohl, dass der Mensch es verkürzt. Trotzdem solltet ihr Ruhe bewahren und das Leben, das ihr besitzt, gemeinsam teilen. Warum rebellieren? Gibt es auch in eurem Leben Disharmonie? Verdrängt einer den anderen? Seid ihr nicht alle dem Tode geweiht? Müsst ihr einander das Leben noch schwerer machen als es bereits ist? Komm, versucht ruhig und glücklich zu sein!“ André spürte das Leben, welches Gott in sie hineingelegt hatte, sehr deutlich. Nachdem er zu ihnen gesprochen hatte und der einen nach der anderen einen anderen Platz gegeben hatte, waren alle in einen ruhigen Zustand gekommen.
„So“, sagte er, „nun ist es besser. Nun folgt ihr dem Weg, dem auch wir Menschen zu folgen haben, dem wir allerdings noch stets nicht folgen wollen. Der Mensch fühlt sich zu mächtig und zu stark und ist zu sehr von sich eingenommen. Lasst Ruhe in eurer Mitte walten. Das Leben ist kurz für euch; das weiß ich, weil ich jenen Prozess soeben habe verfolgen dürfen. Gibt es denn nirgends Frieden und Glück? Auch nicht in eurer Welt?“
Alle lauschten ihm und er vernahm ihre Stimmen und erfuhr ihre Gefühlsempfindungen – alles durchfuhr ihn.
So würde er wohl stundenlang weiterreden wollen, für sie und für ihn war es ein heiliger Augenblick.
Plötzlich hörte er, wie er bei seinem Namen genannt wurde und sagte Alcar ihm, dass die Verbindung abgebrochen würde.
André erschrak davon und er bekam das Gefühl, dass er sie entmagnetisieren müsse, was er denn auch tat. Da erlebte er ein anderes Wunder: Die Tulpen, die weit herunterhingen, gingen im selben Augenblick, da er sie entmagnetisierte, in die Höhe, sodass sie wie Kerzen in der Vase standen. „Wie ist das möglich“, dachte er, „das ist doch wohl ein Beweis dafür, dass ich mit ihnen verbunden war." Welches Wunder wurde ihm offenbart? Ein heiliges, warmes Gefühl durchströmte ihn und er spürte, dass die Verbindung abgebrochen worden war. Er kniete vor der Vase mit den Blumen nieder, um Gott und seinem geistigen Leiter Alcar für dieses Glück zu danken. Lange betete er, und als er fertig war flog er zu seiner Mutter, um ihr von dem großen Geschehen zu berichten.
„Komm, Mutter, geh mit mir mit, es ist ein Wunder geschehen.“
Seine Mutter sah ihn an und schüttelte den Kopf. In seinen Augen sah sie jenen eigenartigen Glanz, welchen sie bereits so viele Male darin gesehen hatte und den sie kannte. Wenn sich ihr Junge in Trance befand, oder wenn er mit anderen Mächten, die durch ihn wirkten, verbunden wurde, lag in seinen Augen ein weicher, doch zugleich weitsichtiger Glanz. Daran erkannte sie, dass er wieder etwas Seltsames erlebt hatte. Gemeinsam gingen sie auf sein Zimmer. Die ersten Worte, die sie zu ihm sagte, waren: „ Mein Junge, wie kannst du die Tulpen nur so in die Vase stellen!" Und um ihre Worte in die Tat umzusetzen, wollte sie die Blumen in der Vase anders ordnen. André begriff, dass auch auf sie eingewirkt wurde; und mit einem Sprung war er bei ihr und hinderte sie daran, die Vase auch nur mit einem Finger zu berühren. Sie sah ihn an und dachte „ach, er ist wieder in einer anderen Welt.“
„Setz dich da hin, Mutter, und höre was ich dir erzählen werde.“
Willig tat sie was ihr Kind verlangte und nahm Platz. „Hör mir so zu, Mutter, wie du mir noch nie zugehört hast. Wenn du mich jemals anhören willst, so tue es jetzt. Du weißt, dass alles, was mir durch Alcar und alle anderen Intelligenzen gegeben wird, mir heilig ist, nicht wahr? Wenn ich eine Diagnose stellen oder einen Kranken heilen darf, werde ich alles so durchgeben und niemals etwas hinzufügen, weil ich Alcar betrüben würde. Das weißt du, nicht wahr? Wenn ich etwas sehe, werde ich es niemals besser machen als es ist. Ich weiß, Mutter, dass, wenn ich es wohl täte, ich es einst würde gutmachen müssen. Viele Geister sehen auf mich herunter, wie ich meine Gabe anwende, und weil ich das weiß, ist mir alles heilig, was mit dem Leben nach dem Tode zu tun hat.“
Da seine Mutter das alles schon längst wusste, wollte sie ihn unterbrechen, bekam jedoch nicht die Gelegenheit dazu, weil er sie daran hinderte.
„Nein, Mutter, lass mich ausreden. Ich habe dir noch mehr zu sagen. Sage mir ehrlich, und vergiss nicht, dass es mir heiliger Ernst ist: Sag mir, denkst du, Mutter, dass ich normal bin, dass ich wie ein normaler Mensch mit dir spreche?“
Seine Mutter, die trotz seines heiligen Ernstes dennoch lachen wollte, verbiss sich das Lachen, weil sie sah, dass er versank und dass sich seine Farbe veränderte. Sie nickte mit ihrem Kopf, zum Zeichen, dass alles in Ordnung sei.
„Hör jetzt gut zu. Ich habe soeben mit den Blumen gesprochen, Mutter. Oh, ich bin so glücklich.“
„Was sagst du, mit den Blumen gesprochen?“
„Ja Mutter, findest du mich nicht abnormal? Ich weiß noch nicht, was es bedeutet, aber ich habe mit den Tulpen gesprochen und ihr Leben empfunden. Doch eines weiß ich, und ich weiß es nicht allein, sondern fühle es intensiv: und das ist, dass ich wohl alles umarmen könnte, was lebt. Oh, es liegt ein herrliches Gefühl in mir, das vorher nicht da gewesen ist.“
Seine Mutter erhob sich vom Stuhl und ging ohne etwas zu sagen. André hörte sie murmeln: „Wunderlich, wunderlich doch." Für sie war das alles zu viel und zu tiefgründig. Sie kannte ihren Jungen längst nicht mehr und wähnte ihn weit, sehr weit von sich entfernt. Jeden Tag fühlte sie diesen Abstand größer werden, bis er für sie nicht mehr zu erreichen war, was sie manchmal traurig stimmte. André, der allein zurückgeblieben war, hörte seinen geistigen Leiter zu sich sagen:
„Ist mein Junge glücklich, und bist du etwas gefasster, André? Hat es dich nicht zu sehr mitgenommen und nicht zu viel Kraft gekostet? War die Emotion nicht zu stark für dich? Ist André überzeugt von diesem großen Wunder? Spürst du, mein Junge, dass ein heiliges Glück in dich gekommen ist? Und wolltest du unserem großen Vater – was du bereits getan hast – nicht aus tiefster Seele danken uns ausrufen: ‚Vater, was hast du mir gegeben! Wie kann ich dir danken?‘ Würdest du nicht für alles was lebt dein Leben geben können, wenn man dies verlangte? Empfindet André nunmehr keine Liebe gegenüber allem, was lebt? Kannst du jetzt nicht alle Menschen lieb haben und würdest du nicht ausrufen wollen wie glücklich du bist? Findet es mein Sohn so unbegreiflich, dass ich ihn mit dem Leben, welches Gott in alles hineingelegt hat, habe verbinden dürfen? Dass Gott deinen Willen, um unser Werk zu vollbringen, kennt, und dass er deine Gebete um Weisheit Kraft und Liebe erhört hat?
Hör zu André: Vor langer Zeit, als wir zum ersten Mal zusammen waren, als du diejenigen kennen lerntest, die an dieser Seite in Glück leben, kam das starke Verlangen in dir auf, um eine derartige Abstimmung besitzen zu dürfen. Du knietest jeden Tag, jede Stunde nieder, und batest, dass Gott uns die Kraft schenken möge, um dich zu einem lauteren Instrument entwickeln zu können. Schon damals, André, wusste ich, dass du diese heilige Gnade einst empfangen würdest, dass Gott es uns gestatten würde, dich mit dem Leben zu verbinden. Das ist nun geschehen. Du bist im Geiste erwacht und empfindest Bruder- und Schwesterliebe. Dieses heilige Gefühl wirst du immerfort empfinden, es ist dein Besitz geworden. Nunmehr wird dein Kampf keinen Kampf mehr bedeuten und wirst du das Kreuz tragen, welches Gott dir zu tragen gegeben hat. Du wirst das Leben, das zu dir kommt, erfühlen können und gemäß deiner Liebe handeln.
Jetzt noch Folgendes: Um dieses große Geschehen ruhig auf dich einwirken lassen zu können, brachte ich dich, als du noch im Tiefschlaf versunken dalagst, in diesen Ruhezustand. Ich konnte dies allein erreichen, indem ich mich mit dir verband und diese Verbindung aufrechterhielt. Du empfandest somit meine innere Ruhe, meine Abstimmung. Du weißt, dass wir in unserer Abstimmung in allem das Leben fühlen. Gleichzeitig brachte ich dir den Blumenduft, um dein Gefühl und dein Interesse auf dieses Geschehen abzustimmen. Wodurch ich dich verbinden und dafür sorgen konnte, dass deine ganze Konzentration Abstimmung darauf finden würde und du dem Prozess folgen konntest. Das alles ist mit vollkommen gelungen. Ich hielt dich zurück und brachte dich Schritt für Schritt zu den Tulpen, um die Verbindung nicht zu stören. Darauf ließ ich dich spüren, dass auch in der Natur Disharmonie herrscht. Auch ließ ich dich die Gefühlskräfte des Lebens spüren, was ein Leben an Kraft besitzt, und in deinem Gefühl ließ ich den Werdegang an dir vorüberziehen. Du hast allem deutlich folgen können. Erst wenn der Mensch die erste glückliche Sphäre an dieser Seite betritt, kann er das Leben in allem erfühlen, weil sein Gefühl im Geiste Abstimmung findet. Ist dir das verständlich? Der Mensch auf Erden kann nicht in diesem Zustand leben, darum musste ich mich mit dir verbinden, und konnte ich es dich auf diese Weise erleben lassen. Was du erlebtest, geschah also durch meinen Willen, und auch durch dein inniges Flehen, dass du uns als lauteres Instrument dienen willst. Ohne uns hättest du das Leben also nicht erfühlt. Dieses Gefühl, André, das nun in dir steckt, wirst du weiterentwickeln und einst wird es Abstimmung auf unseren Zustand finden, was für dich ewiges Glück bedeuten wird. Verbinde dich in Liebe, dann wirst du all das erfühlen können, was das Leben im Augenblick der Verbindung fühlt. Diese Liebe, mein Junge, ist dein Besitz. Es liegt an dir, zu leben, mein Junge, sei glücklich und lass andere dein Glück spüren. Ich gehe fort. Dein Alcar.“
Wie mächtig war Liebe. Ein Wunder nach dem anderen wurde ihm offenbart.
Und das alles durch den heiligen Spiritualismus.